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7 Infos zum Weltpankreaskrebstag – Chefarzt Prof. Fetzner und Chefarzt Dr. Limmer im Interview

Am heutigen Weltpankreaskrebstag, dem 20.11.2025, wollen wir gemeinsam auf die Bedeutung der Bauchspeicheldrüse und die Herausforderungen bei der Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs aufmerksam machen. Zu diesem Anlass haben unsere Chefärzte Prof. Ulrich Fetzner (Allgemein-, Viszeral- und minimalinvasive onkologische Chirurgie) und Dr. Stephan Limmer (Innere Medizin und Gastroenterologie) sieben wichtige Infos zusammengestellt:

Sie erklären, was das Organ leistet, welche Symptome auf eine Erkrankung hindeuten können, wie die Diagnose gestellt wird, welche Behandlungsmöglichkeiten es gibt und wer alles am Behandlungsprozess beteiligt ist. Schauen Sie ins Interview und erfahren Sie mehr, warum Früherkennung und interdisziplinäre Zusammenarbeit gerade bei Bauchspeicheldrüsenkrebs entscheidend sind.

1. Wer hat den Weltpankreaskrebstag ausgerufen und was passiert an diesem Tag?

Pankreaskrebs, auch Bauchspeicheldrüsenkrebs genannt, ist eine seltene, bösartige und sehr ernsthafte Erkrankung eines wichtigen inneren Organs.

Der Weltpankreaskrebstag wurde vor allem von der World Pankreas Cancer Coalition und der deutschen Selbsthilfevereinigung AdP ins Leben gerufen und hat zum Ziel die Öffentlichkeit für das Thema zu sensibilisieren.

Manche öffentlichen Gebäude werden heute sogar in der Farbe Lila angestrahlt. Aus diesem Anlass zeigt sich auch unser Kliniklogo in den sozialen Netzwerken heute in dieser Farbe. Es ist immer der dritte Donnerstag im Monat November.

2. Können Sie die Erkrankung kurz erläutern?

Die Erkrankung tritt meist bei Menschen im Alter von 60 bis 70 Jahren auf – selten früher, häufig aber auch später. Leider entwickeln sich erst spät Symptome wie Gewichtsverlust, Kraftverlust oder eine gelbe Haut. Es kommt dann entscheidend darauf an, dass die Betroffenen an einer Klinik mit Erfahrung in der Diagnostik und der Therapie, an der heute viele Fachgebiete beteiligt sind, beraten werden.
Wir können heute einer bestimmten Zielgruppe und unter günstigen Voraussetzungen deutlich besser helfen als früher. Manche Patientinnen und Patienten leben bei optimaler Behandlung fünf, zehn Jahre oder sogar länger. Wir möchten jedoch nicht verschweigen, dass Pankreaskrebs in den meisten Fällen auch heute noch sehr ernst ist und weiterhin tödlich enden kann.

3. Was ist die Bauchspeicheldrüse und welche Aufgaben hat sie?

Die Bauchspeicheldrüse ist ein kleines Organ mit vielen lebenswichtigen Aufgaben. Sie liegt tief im Oberbauch – hinter dem Magen und vor der Wirbelsäule. Etwa 15 cm lang, 4 cm breit und nur 1–2 cm dick, wiegt sie rund 120 Gramm.

Trotz ihrer geringen Größe produziert sie unter anderem Insulin für den Zuckerstoffwechsel sowie den wasserklaren Bauchspeichel, welcher unsere Verdauungsenzyme enthält. Bis zu 3 Liter dieses Verdauungssafts stellt sie täglich her – ein Leben lang.

4. Wie äußert sich Bauchspeicheldrüsenkrebs?

Die Erkrankung tritt vor allem bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr auf. Rauchen, Übergewicht und eine genetische Vorbelastung erhöhen das Risiko. Da sich Symptome meist erst spät zeigen, wird der Tumor häufig erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt. Bei rund der Hälfte der Betroffenen ist eine wirksame Behandlung dann nur noch eingeschränkt möglich, da bereits Metastasen, etwa in der Leber, vorliegen oder der Tumor nicht mehr vollständig entfernt werden kann.

Die Zahl der Bauchspeicheldrüsenkrebserkrankungen nimmt weiter zu, vor allem infolge der demografischen Entwicklung. Weltweit sind derzeit rund 500.000 Menschen pro Jahr betroffen.

5. Wie wird Bauchspeicheldrüsenkrebs diagnostiziert?

Eine Diagnose erfolgt meist erst, wenn Beschwerden wie Gelbsucht oder ungewollter Gewichtsverlust auftreten. In solchen Fällen wird in der Regel eine Computertomographie durchgeführt, auf welcher der Tumor dann zu erkennen ist. Wird der Krebs in einem frühen Stadium entdeckt, handelt es sich häufig um einen Zufallsbefund – etwa im Rahmen einer Computertomographie oder eines MRT, das aus anderen Gründen, z.B. bei Rückenschmerzen, durchgeführt wurde. Mithilfe moderner High-End-Technik, wie sie auch von Dr. Limmer in der Klinik eingesetzt wird, kann über eine Magenspiegelung mit einer winzigen Kamera der Bauchspeicheldrüsengang eingesehen und bei Bedarf Proben vom Tumor zur weiteren Untersuchung entnommen werden.

6. Wie sieht die Behandlung aus?

Wenn möglich, dann spielt die operative Entfernung des Tumors eine wichtige Rolle in der Behandlung. Je nach Sitz des Tumors müssen Teile der Bauchspeicheldrüse oder die gesamte Drüse entfernt werden. Trotz großer Fortschritte bleibt dies ein umfangreicher Eingriff, der für die Patientinnen und Patienten eine erhebliche Belastung darstellen und mit dem Risiko schwerer Komplikationen verbunden sein kann. Eine Chemotherapie kann vorbereitend für eine Operation helfen den Tumor zu verkleinern oder nach der Operation, um das Rückfallrisiko zu reduzieren. Zunehmend kommen dabei auch moderne Therapieverfahren mit Antikörpern zum Einsatz.

7. Wer ist an der Behandlung beteiligt?

An der Behandlung sind zahlreiche Fachdisziplinen beteiligt: unsere Diabetologin, Frau Dr. Weiße-Löbner, die Diätassistentin, Frau Lindner, die Onkologen, Dr. Schmidt und Dr. Schauenberg, das Team der Krankenpflege und der onkologischen Fachpflege unter der Leitung unserer Pflegedirektorin, Frau Roth, die Physiotherapeutinnen und -therapeuten, die Psychoonkologinnen und Psychoonkologen, die Radiologen des Diagnostikums Bayern Mitte sowie selbstverständlich die Abteilungen für Gastroenterologie und Chirurgie, vertreten durch uns beide, Dr. Limmer und Prof. Fetzner.