Im Foyer des Klinikums Altmühlfranken Weißenburg informiert die Wander-Ausstellung der Betreuungsstelle des Landratsamt Weißenburg-Gunzenhausen noch bis 18. September 2025 über die Themen Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung.
Auch stellt die Fachabteilung Interessierten Informationsbroschüren, Flyer, Organspendeausweise sowie die begehrte Notfallmappe kostenfrei zur Verfügung.

Sie möchten weitere Informationen? Mehr über die Betreuungsstelle und ihre Aufgaben dazu lesen Sie hier. 

Bereits am 1. März 2025 wurde am Klinikum Altmühlfranken am Standort Gunzenhausen ein Palliative-Care-Dienst etabliert und damit ein weiterer wichtiger Schritt in der umfassenden Versorgung schwerstkranker Menschen an deren Lebensende beschritten. Während sich am Standort Weißenburg bereits seit langer Zeit ein palliativmedizinischer Dienst einfühlsam und professionell um Schwerstkranke kümmert, profitieren nun auch Patienten in Gunzenhausen von diesem spezialisierten Angebot. Beide Dienste werden von den Betroffenen und ihren Angehörigen mit großer Dankbarkeit angenommen und als große Hilfe und Entlastung in einer sehr herausfordernden Lebenssituation empfunden.

Starke Belastung für Angehörige schwerstkranker Menschen

Gerade für Angehörige todkranker Menschen stellt die niederschmetternde Diagnose und die damit einhergehende psychische Situation oftmals eine kaum zu stemmende Herausforderung dar: Welche Anträge und Formulare müssen ausgefüllt werden, um Hilfe zu bekommen? Wie kann ich in dieser schweren Situation eine Stütze sein, ohne selbst zu zerbrechen? Was, wenn ich meinen Angehörigen zuhause nicht pflegen kann, ihm jedoch den Wunsch erfüllen möchte, im eigenen Heim sterben zu dürfen? Diese und viele weitere Fragen können Angehörige jederzeit an das interdisziplinär zusammenarbeitende Team an den Standorten Weißenburg und Gunzenhausen richten. Nicht nur ihre Fragen werden beantwortet – Patienten wie deren Begleiter erhalten die Hilfe, die sie brauchen.

Palliative Care – was bedeutet das?

Palliative Care richtet sich an Menschen mit einer unheilbaren, fortschreitenden Erkrankung. Ziel ist es, ihre Lebensqualität zu verbessern und Beschwerden wie Schmerzen, Übelkeit, Atemnot und Ängste zu lindern. Im Mittelpunkt steht nicht die Verlängerung des Lebens, sondern das Erreichen größtmöglichen Wohlbefindens – körperlich, seelisch, sozial und spirituell.

Der neue Palliative-Care-Dienst in Gunzenhausen arbeitet interdisziplinär und eng vernetzt: Zum Team gehören speziell weitergebildete Palliative-Care-Pflegefachkräfte, Therapeutinnen und Therapeuten, der Sozialdienst, Seelsorger Martin Seefried, der Hospizverein Altmühlfranken sowie zwei ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen, die sich zweimal pro Woche um die Patienten kümmern. Gemeinsam setzen sie sich dafür ein, die Schwerstkranken individuell zu begleiten, sie zu entlasten und ihren Angehörigen in dieser schwierigen Zeit beizustehen.

Auch die Zusammenarbeit mit dem Ärztlichen Direktor des Klinikums Altmühlfranken, Dr. Christian Maune, ist von großer Bedeutung für das ganze Palliativ-Team: Mit ihm steht ein sehr erfahrener Palliativmediziner beratend zur Seite und unterstützt konsiliarisch bei allen medizinischen Fragestellungen.

Ein zentrales Anliegen vieler Betroffener ist der Wunsch, die letzte Lebensphase zu Hause verbringen und auch dort sterben zu dürfen. Das Team in Gunzenhausen kann diesen Wunsch in den allermeisten Fällen erfüllen – durch sorgfältige Planung, enge Abstimmung mit Hausärzten und ambulanten Diensten sowie viel menschlichem Einfühlungsvermögen. Klappt dies in Ausnahmefällen nicht, wird die weitere Versorgung direkt im Klinikum geklärt. „Wir sind auch die Schnittstelle zu den Hospizen in der näheren Umgebung und zur SAPV  Südfranken („Spezialisierte Ambulante Palliativ Versorgung“), erklärt Teamleiter Tim Schletterer. „Auch die Angehörigen sind von der ersten Minute an im Boot; wir leiten sie auch explizit an, damit sie sich in der schweren Situation nicht alleingelassen fühlen“, so Schletterer weiter.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir diesen Dienst nun auch in Gunzenhausen anbieten können“, so Pflegedirektorin Sonja Roth. „Palliative Care bedeutet für uns: Den Menschen in den Mittelpunkt zu stellen – mit all seinen Bedürfnissen, Ängsten und Hoffnungen. Dass wir das nun an beiden Standorten des Klinikums in dieser Qualität leisten können, ist ein großer Gewinn für unsere Region“, meint Roth.

Ansprechende Zimmer mit Blick ins Grüne

Angst vor einem anonymen Sterben im Krankenhaus müsse niemand zu haben, meint Teamleiter Tim Schletterer. Durch sein langes Wirken im Intensivbereich weiß Schletterer, wie nah Leben und Tod beieinanderliegen und wie wichtig ein menschenwürdiges Sterben ist. „Wir versuchen, unseren Patientinnen und Patienten den Aufenthalt in unserem Klinikum so angenehm wie möglich zu machen. Neben Schmerzlinderung stehen viele weitere Möglichkeiten zur Verfügung, Angst zu nehmen und für Entspannung zu sorgen“, erklärt Schletterer.

Ein Hilfsmittel ist das Klang-Ei, dessen Musik und Schwingungen für Entspannung sorgen sollen. Dieses unscheinbar wirkende „Ei“ stößt auch im Klinikum bei nahezu allen Patienten und deren Angehörigen auf großen Zuspruch und war ein Geschenk des Hospizvereins Altmühlfranken zur Etablierung des Palliative-Care-Dienstes in Gunzenhausen. Koordinatorin Sandra Meyer vom Hospizverein lobt das große Engagement und hebt die große Patientenzufriedenheit hervor.

Auch die Zimmer mit Blick ins Grüne sind hell und freundlich gehalten; auf Wunsch werden Aromaölmassagen angeboten oder die engagierten ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen Renate Ermer und Silvia Melhorn spielen den Patienten auf der Veeh-Harfe vor.

Und wenn der geliebte Mensch verstorben ist? Angehörige haben im hauseigenen Verabschiedungsraum die Möglichkeit, sich in aller Stille zu verabschieden. „Ein pietätvoller Abschied hat für uns oberste Priorität“, meint Pflegedirektorin Sonja Roth beim Zeigen des würdevoll gestalteten Aussegnungsraumes.

Der Förderverein Klinikum Altmühlfranken e. V. hat dem Klinikum Altmühlfranken einen neuen, multifunktionalen Reanimationssimulator im Wert von über 10.000 Euro übergeben. Dieses moderne Trainingsgerät ermöglicht es, Mitarbeitende aus Pflege und Medizin auf höchstem Niveau im Bereich der Reanimation aus- und weiterzubilden.

Bei dem neuen Simulator handelt es sich um ein hochprofessionelles Modell, das durch außergewöhnliche Realitätsnähe und modernste Technologie überzeugt. Im Vergleich zum bisherigen, 13 Jahre alten Trainingsgerät bietet das neue Modell umfangreiche Interaktionsmöglichkeiten sowie die Simulation unterschiedlichster notfallmedizinischer Szenarien. So können beispielsweise EKG-Diagnostik, verschiedene Reanimationsabläufe und spezielle Kurskonzepte praxisnah trainiert werden. Ferner ist es möglich, dass von den Reanimationstrainern EKG-Rhythmen über ein mobiles Endgerät programmiert und realitätsnah von einem Patientenmonitor dargestellt werden können.

Christina Schraub, Vorstandsmitglied des Fördervereins, erklärt: „Unser Ziel war es, dem Klinikum ein Trainingsmittel bereitzustellen, das die Qualität der innerbetrieblichen Aus- und Weiterbildung nochmals nachhaltig erhöht. Wir freuen uns sehr, dass wir die Anschaffung dieses hochwertigen Simulators ermöglichen konnten. Ohne die hohen Geldspenden wäre es nicht realisierbar gewesen, eine solche Summe aufzubringen“.
Die Sparkassen Gunzenhausen und Mittelfranken-Süd sowie Bürger und Bürgerinnen der Region unterstützten die Anschaffung äußerst großzügig; die Differenz finanzierte der Verein aus Eigenmitteln.

Chefarzt Dr. Marc Gutsche betont: „Mit dem neuen Reanimationssimulator können wir die Qualität der Notfallversorgung noch weiter steigern und unser Team im Rahmen der regelmäßigen Schulungen optimal auf lebensrettende Maßnahmen vorbereiten. Wir bedanken uns ganz herzlich bei unserem Förderverein und seinen Unterstützern für diese äußerst sinnvolle Spende“, so Gutsche weiter.

Das Training am neuen Simulator wird von den speziell ausgebildeten Reanimationstrainerinnen Annemarie Roth, Leah Wagner und Lea Kühnlein aus dem Bereich Anästhesie und Intensivpflege durchgeführt. Sie zeigten sich bei der Einweisung beeindruckt von der Funktionalität und Vielseitigkeit des Geräts, das ein realistisches und interaktives Training auf aktuellstem technischen Stand ermöglicht.

Für das Klinikum Altmühlfranken ist dies ein weiterer wichtiger Schritt zur kontinuierlichen Verbesserung der Mitarbeiterschulungen und damit auch für die Notfallversorgung der Patienten.

Die 7. Medizinische Ferienakademie Altmühlfranken war auch in diesem Jahr ein voller Erfolg: Vom 6. bis 9. August verbrachten engagierte Medizinstudierende sowie angehende Physician Assistants aus ganz Deutschland vier spannende Tage in unserer Region – mit einem vielseitigen Programm, das medizinische Praxis, fachlichen Austausch und die Schönheit Altmühlfrankens auf gelungene Weise miteinander verband.

Auch in diesem Jahr war das Klinikum Altmühlfranken mit seinen beiden Standorten in Gunzenhausen und Weißenburg wieder aktiv dabei – und bot den Studierenden ein praxisnahes, abwechslungsreiches und eindrucksvolles Programm.

Start in Weißenburg: Sonografie, Notfallmedizin

Am Donnerstag ging es los am Standort Weißenburg. Hier erwartete die Teilnehmenden zunächst ein Workshop mit Chefarzt Dr. Stephan Limmer zum Thema „Sonografie – Ultraschall des Abdomens“. Die Studierenden konnten hier ihre Kenntnisse zur exakten Lage der inneren Organe vertiefen und unter Anleitung selbst den Schallkopf in die Hand nehmen – ein praxisnaher Einstieg in den Tag.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen in der Mitarbeiterkantine ging es weiter mit dem Notfallmedizin-Workshop „Stop the Bleed“, geleitet von Dr. Andreas Kinskofer, dem Leitenden Oberarzt. Hier wurde trainiert, wie man in kritischen Situationen lebensbedrohliche Blutungen effektiv stoppt – sei es durch das Anlegen von Druckverbänden oder durch das fachgerechte Abbinden mit Tourniquets. Die Teilnehmenden konnten selbst ausprobieren, wie fest ein Tourniquet sitzen muss – und das war durchaus spürbar!

Auch das richtige Verhalten bei schweren Verletzungen, etwa durch Verkehrsunfälle oder Messerangriffe, wurde thematisiert. An realitätsnahen Modellen übten die Studierenden die Versorgung offener Wunden – eine intensive, „blutige“ Übung, die volle Konzentration und Einsatz verlangte, aber genau deshalb so wertvoll war.

Ein weiteres Highlight war das Anlegen einer Beckenschlinge, sowohl mit einem professionellen Hilfsmittel als auch improvisiert mit einer Rettungsdecke. Kreativität und medizinisches Know-how waren hier gleichermaßen gefragt. Auch das Einwickeln eines Patienten mit einer Rettungsdecke zum Schutz vor Unterkühlung – wurde geübt. Die goldene Seite nach innen, bitte!
Herr Dr. Kinskofer bot den Kurs zusätzlich auch für unsere Zentrale Notaufnahme sowie die niedergelassene Ärztinnen und Ärzte an. Zwei Praxen sowie einige Kolleginnen und Kollegen der Notaufnahme waren vor Ort und frischten bei der spannenden Fortbildung ihr Wissen auf. Herzlichen Dank dafür!

Medizinvielfalt in Gunzenhausen: Altersmedizin, Thoraxdrainage & Herzmedizin

Am Freitag ging es am Standort Gunzenhausen weiter. Klinikvorstand Christoph Schneidewin begrüßte die angehenden Ärztinnen, Ärzte und Physician Assistants persönlich und unterstrich die Bedeutung der Nachwuchsförderung für die Region.

Mit Chefarzt Dr. Markus Wach stand anschließend ein Workshop zur Geriatrie auf dem Plan: „Altersmedizin – ein junges Fach für alte Menschen“. Hier wurde deutlich, wie anspruchsvoll und gleichzeitig erfüllend die medizinische Arbeit mit älteren Patientinnen und Patienten sein kann – ein Fachgebiet, das oft unterschätzt wird, aber enorm an Bedeutung gewinnt. Auch hatten die Studierenden die Möglichkeit, mit einem Patienten der Akutgeriatrie zu sprechen und konnten sich so ein Bild aus der Praxis machen.

Anschließend wurde es wieder sehr praktisch: Im Workshop zum Legen einer Thoraxdrainage mit dem Chefarzt der Anästhesie und Intensivmedizin am Standort Gunzenhausen, Dr. Marc Gutsche , konnten die Studierenden eine wichtige Maßnahme in der Notfallmedizin üben – und zwar ganz realitätsnah an einem Stück Wildfleisch. „Learning by doing“ war hier das Motto – und das Feedback der Teilnehmenden entsprechend positiv.

Den Abschluss bildete der Workshop „Kardiologie live“ mit Chefarzt Dr. Heiko Priesmeier. Hier drehte sich alles ums Herz – von der Diagnostik bis zur Therapie. Ein spannender Workshop für die jungen Teilnehmenden, deren Tag im Klinikum Altmühlfranken damit endete.

Nur ein Ausschnitt – aber ein eindrucksvoller

Das hier geschilderte Programm zeigt nur einen Teil der 7. Medizinischen Ferienakademie Altmühlfranken – nämlich die spannenden Einblicke an unseren beiden Klinikstandorten in Gunzenhausen und Weißenburg. Darüber hinaus erwartete die Studierenden eine Vielzahl weiterer Programmpunkte: Workshops, praktische Einblicke bei niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten der Region und natürlich auch Gelegenheiten, die landschaftlichen und kulturellen Highlights Altmühlfrankens kennenzulernen.

Ob Yoga am Morgen, eine Kanutour, Picknick im Grünen, Freizeit am See oder sogar SUP-Polo auf dem Kleinen Brombachsee – auch der Spaß und die Erholung kamen nicht zu kurz und machten die Tage in Altmühlfranken zu einem rundum gelungenen Erlebnis.

Wir freuen uns sehr, dass wir als Klinikum Altmühlfranken erneut Teil dieser großartigen Veranstaltung sein durften – mit engagierten Ärztinnen und Ärzten, praxisnahen Workshops und vielen Gelegenheiten für die Studierenden, unser Klinikum, unsere Mitarbeitenden und unsere Region kennenzulernen.

Ein herzliches Dankeschön an die Gesundheitsregionplus Altmühlfranken für die tolle Organisation sowie an den Förderverein Klinikum Altmühlfranken e. V., der die Medizinische Ferienakademie finanziell unterstützt hat! Danke auch an die Studierenden für Ihr großes Interesse sowie an alle weiteren Mitwirkenden, die zum Gelingen dieser tollen Veranstaltung beigetragen haben!

Wir freuen uns schon jetzt auf die nächste Ferienakademie im kommenden Jahr – und sagen: Bis bald in Altmühlfranken!